Jobwechsel ja oder nein? Wann kündigen und wie.

Jobwechsel ja oder nein? Entscheiden leicht gemacht.

Wann kündigen sinnvoll ist und wie du es richtig angehst.

Jobwechsel: Eine Entscheidung zwischen Veränderung und Sicherheit

Die Entscheidung, den Job zu wechseln, ist oft kein einfacher Prozess. Viele Arbeitnehmer:innen stehen an einem Punkt, an dem sie sich fragen: “Ist es an der Zeit für einen Wechsel?” Laut einer Studie von StepStone (2021) denken 63% der deutschen Arbeitnehmer:innen mindestens einmal pro Jahr über einen Jobwechsel nach.

Doch was treibt diese Überlegungen an? Die Gründe reichen von mangelnder Wertschätzung im aktuellen Job über unzureichende Aufstiegschancen bis hin zu dem Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance. Die Herausforderung besteht darin, zwischen dem Verlangen nach Veränderung und der Sicherheit des Bekannten abzuwägen. Unser Magazin Beitrag zielt darauf ab, dir bei dieser Entscheidung zu helfen, indem wir sowohl die Gründe für als auch gegen einen Jobwechsel beleuchten und dir Werkzeuge an die Hand geben, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Selbstreflexion: Verstehen deiner aktuellen Situation

Die Bewertung der eigenen Arbeitszufriedenheit ist der erste Schritt, um zu verstehen, ob ein Jobwechsel die richtige Entscheidung ist. Hier sind zwei wesentliche Ansätze:
Bewertung der Zufriedenheit: Nimm dir Zeit, um deine Gefühle bezüglich deiner Arbeit zu reflektieren. Bist du motiviert und erfüllt oder fühlst du dich erschöpft und enttäuscht? Deine emotionale Reaktion auf deine Arbeit kann ein starker Indikator für die Notwendigkeit einer Veränderung sein.

Ursachenanalyse: Identifiziere, was genau dich in deinem Job unzufrieden macht. Ist es das Arbeitsklima, die mangelnde Anerkennung, die Aufgaben selbst oder das Fehlen von Entwicklungsmöglichkeiten? Eine klare Vorstellung von den Ursachen deiner Unzufriedenheit hilft dir, gezielte Lösungen zu finden, sei es im aktuellen Job oder in einer neuen Position. Bei dieser Ursachenanalyse kann dir unser Job-Unzufriedenheits-Test wertvolle Einblicke bieten, mit dem du herausfindest, welcher Job-Bereich dich unzufrieden macht.

Gründe für einen Jobwechsel: Wann ist kündigen die richtige Entscheidung?

 

    1. Psychische und physische Belastung: Anhaltender Stress, Burnout-Gefahr, das Gefühl, dass die Arbeit deine psychische Gesundheit beeinträchtigt oder körperliche Überforderung.
    2. Fehlende Sinnhaftigkeit: Das Empfinden, dass deine Arbeit keinen bedeutenden Beitrag leistet oder nicht im Einklang mit deinem Lebenszweck steht.
    3. Persönlicher Wertekonflikt: Wenn deine grundlegenden Werte und Überzeugungen nicht mit der Unternehmenskultur oder den Arbeitsweisen übereinstimmen.
    4. Mangelnde Selbstverwirklichung: Das Gefühl, dass deine Fähigkeiten nicht voll ausgeschöpft werden und dein Purpose nicht im Fokus ist, so dass du nicht das tun kannst, was dir wirklich liegt.
    5. Schlechte Vergütung und geringe Sozialleistungen: Wechsel zu einem Job, der ein höheres Gehalt oder bessere Sozialleistungen bietet.
    6. Schwächendes Arbeitsumfeld: Die Rahmenbedingungen deiner Arbeit, wie z.B. die Aufgaben, die Zeit, der Ort, die Kultur oder die Beziehungen schwächen dich statt zu stärken.
    7. Keine Work-Life-Balance: Suche nach einem Job, der eine bessere Balance zwischen Berufs- und Privatleben ermöglicht.
    8. Stagnation statt Entwicklung: Das Gefühl, dass du beruflich auf der Stelle trittst und keine Möglichkeit siehst, dich weiterzuentwickeln.
    9. Unerfüllte Karriereziele: Das Gefühl, dass du deine Karrierevision und -ziele nicht in dem Kontext erreichen kannst.
    10. Geografische Veränderungen: Ein Umzug oder der Wunsch, näher bei der Familie oder in einer bevorzugten Region zu arbeiten.

Gründe gegen einen Jobwechsel: Wann solltest du bleiben?



    1. Möglichkeiten des Jobcraftings: Du weißt, aus welchem Grund zu unzufrieden bist und kannst diesen Bereich umgestalten.
    2. Aktuelle Jobvorteile: Nach Reflexion deines aktuellen Jobs und Priorisierung relevanter Job-Kriterien sind dir bestehende Vorteile wichtiger als die Nachteile.
    3. Zukünftige Karrierechancen im aktuellen Unternehmen: Interessante Projekte, neue Aufgaben, eine neue Rolle oder eine interne Umorientierung sind möglich.
    4. Karrierestabilität als Sicherheit: Beibehaltung der derzeitigen Position aufgrund der Sicherheit, die sie bietet und damit weniger Mental Load verursacht.
    5. Persönliche und familiäre Gründe: Beispielsweise, wenn ein Jobwechsel einen weiteren Umzug oder größere Veränderungen im Privatleben erfordern würde.
    6. Passende Firmenkultur und Wertvorstellungen: Eine starke Übereinstimmung mit der Unternehmenskultur und den Werten deines aktuellen Arbeitgebers, die schwer zu finden ist und tiefgreifende Zufriedenheit schafft.
    7. Laufende Projekte mit hohem Impact: Die Beteiligung an bedeutenden Projekten, die einen signifikanten Einfluss auf das Unternehmen oder die Branche haben und dir persönliche Erfüllung bieten.
    8. Wertvolles internes Netzwerk/ Team: Die langjährige Zusammenarbeit mit Kolleg:innen und Führungskräften hat ein starkes, unterstützendes Netzwerk geschaffen, das nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wertvoll ist.
    9. Spezialisierung und Expertise: Die tiefe Kenntnis und Erfahrung in deinem aktuellen Arbeitsbereich machen dich zu einem unersetzlichen Mitglied deines Teams und bieten dir eine einzigartige Positionierung im Unternehmen.
    10. Unsichere Arbeitsmarktlage: Unsicherheit in der Branche oder auf dem Arbeitsmarkt ergeben einen ungünstigen Zeitpunkt eines Jobwechsels.

Vorteile und Risiken eines Jobwechsels

 

Vorteile

      • Anpassung an zukünftige Arbeitsmarkttrends: Ein Wechsel kann dir ermöglichen, in einer Branche oder Position zu arbeiten, die zukunftssicherer ist.
      • Erhöhung des Kreativitäts- und Lernpotenzials: Ein neues Umfeld kann deine Kreativität und Innovationsfähigkeit stimulieren.
      • Förderung der beruflichen Resilienz: Das Navigieren durch neue Herausforderungen stärkt deine Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft.

Risiken

    • Unsicherheit und Anpassungsdruck: Jeder neue Job bringt eine Phase der Einarbeitung und Unsicherheit mit sich.
    • Unerwartete Herausforderungen: Was in der Theorie attraktiv erscheint, kann in der Praxis anders sein, z.B. können positiv erscheinende Unternehmenskulturen in der Realität anders sein oder unerwartete Anpassungsschwierigkeiten mit sich bringen.
    • Risiko des Wunschs nach dem „perfeketen Job“: Die Idee des für immer “perfekten Jobs” ist ein Trugschluss. Wir entwickeln uns alle weiter und haben neue Anforderungen an unseren Job.

Vorteile und Risiken des Verbleibs in deinem aktuellen Job

 

Vorteile

      • Vertrautheit und Sicherheit: In deinem aktuellen Job kennst du die Abläufe, Kollegen und Erwartungen. Der Mental Load ist geringer.
      • Tiefere Expertise in deinem Fachgebiet: Langfristiges Engagement in einem Bereich ermöglicht tiefgreifendes Fachwissen und Wirkung. Du wirst als Expert:in wahrgenommen.
      • Einfluss auf Unternehmenskultur und -prozesse: Als etabliertes Teammitglied kannst du einfacher aktiv zur Gestaltung deiner Arbeitsumgebung beitragen.

Risiken

    • Unzufriedenheit bleibt bestehen: Wenn die Gründe für deine Unzufriedenheit im Job nicht angegangen werden, können sich diese weiterhin negativ auf deine Arbeitsmoral und Zufriedenheit auswirken.
    • Stagnation: Das Verbleiben in einem Job ohne Wachstumschancen kann langfristig demotivierend wirken.
    • Übersehen von Arbeitsmarktchancen: Durch das Verbleiben könntest du Chancen in dynamischen oder aufstrebenden Branchen oder Themengebiete verpassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Entscheidungsfindung

 

  • Selbstreflexion:
    • Persönliche Ziele und Wünsche definieren: Nimm dir Zeit, um klar zu definieren, was du dir beruflich und persönlich wünschst. Dies kann von einer besseren Work-Life-Balance bis hin zu spezifischen Karrierezielen reichen.
    • Bewertung der aktuellen Situation: Überlege, inwiefern dein aktueller Job diesen Zielen und Wünschen entspricht. Lerne dich selbst intensiver kennen, finde mehr über deine Bedürfnisse heraus, wozu und wie du arbeiten möchtest und prüfe, was dir an deinem aktuellen Job gefällt und was sich woanders verbessern könnte.
  • Informationssammlung:
    • Marktforschung: Informiere dich über Unternehmen, die deine Interessen und Werte widerspiegeln sowie Branchentrends und zukünftige Wachstumsbereiche.
    • Jobprofile und Anforderungen: Sieh dir Stellenbeschreibungen und Anforderungen für potenzielle Jobs an, um zu verstehen, was Arbeitgeber:innen suchen und wie du dich positionieren kannst.
  • Optionen bewerten:
    • Vergleich der Optionen: Erstelle eine vergleichende Übersicht deiner aktuellen Position und potenzieller neuer Rollen, basierend auf Faktoren wie Arbeitsbedingungen und deinem beruflichen Purpose.
    • Feedback einholen: Sprich mit Vertrauten, Kolleg:innen oder Mentor:innen über deine Überlegungen, um verschiedene Perspektiven zu erhalten.
  • Risikoabwägung:
    • Potenzielle Risiken identifizieren: Überlege, welche Risiken mit einem Jobwechsel verbunden sind.
    • Strategien zur Risikominderung: Entwickle Strategien, um diese Risiken zu minimieren.
  • Entscheidung treffen:
    • Endgültige Bewertung: Nachdem alle Informationen gesammelt und bewertet wurden, führe eine endgültige Bewertung durch, um zu einer Entscheidung zu gelangen.
    • Planung der nächsten Schritte: Sobald die Entscheidung getroffen ist, plane die nächsten Schritte, ob es nun um den Verbleib im aktuellen Job oder um die Vorbereitung auf einen Jobwechsel geht.

Werkzeuge und Ressourcen zur Unterstützung deiner Entscheidung

 

Online-Karrieretools: Nutze Tools wie Persönlichkeitstests, das Hi ID Programm oder Karriereneigungstests, um mehr über deine Präferenzen und Stärken zu erfahren.

Job-Coaching: Ziehe professionelle Unterstützung in Betracht, um individuelle Orientierung zu erhalten.

Netzwerke und Mentoring: Nutze berufliche Netzwerke oder suche eine:n Mentor:in, um Einblicke zu erhalten.

Begründung deiner Entscheidung

Die Begründung für einen Jobwechsel ist ein wichtiger Aspekt, sowohl für deine eigene Klarheit als auch für zukünftige Bewerbungsgespräche. Hier sind einige Überlegungen, um deine Entscheidung effektiv zu kommunizieren:

 

Gute Gründe für einen Jobwechsel

    • Anpassung an berufliche Interessen: Ein Wechsel, um in einem Bereich zu arbeiten, der besser zu deinem beruflichen Purpose und Skills passt, kann eine wichtige Rolle für deine langfristige Zufriedenheit und Motivation spielen.
    • Veränderung der Arbeitsumgebung: Der Wunsch nach einem positiveren oder unterstützenderen Arbeitsklima ist ein starker Grund.
    • Erwerb neuer Fähigkeiten: Die Suche nach Möglichkeiten, neue Kompetenzen zu erlernen oder vorhandene weiterzuentwickeln.
    • Karriereentwicklung: Ein Wechsel kann durch das Streben nach beruflichem Wachstum und neuen Herausforderungen motiviert sein.
    • Anpassung an Lebensveränderungen: Manchmal erfordern persönliche Umstände wie Umzug oder familiäre Verpflichtungen einen Jobwechsel.

Schlechte Gründe für einen Jobwechsel

    • Kurzfristige Unzufriedenheit: Entscheidungen, die auf temporären oder oberflächlichen Faktoren basieren, sind oft nicht nachhaltig
    • Flucht vor Herausforderungen: Ein Wechsel sollte nicht als einfacher Ausweg aus schwierigen Situationen oder Konflikten am Arbeitsplatz angesehen werden.
    • Impulsive Entscheidungen aufgrund von kurzfristigem Ärger: Reaktionen auf einmalige Vorfälle oder Missverständnisse sollten nicht zur Grundlage einer so wichtigen Entscheidung gemacht werden.
    • Erwartung einer perfekten Arbeitssituation: Kein Job ist perfekt, und es ist unrealistisch, eine Position, ohne jegliche Herausforderungen oder Kompromisse zu erwarten.
    • Nachahmung von Kolleg:innen: Eine Kündigung allein aufgrund der Entscheidung eine:r Kolleg:in oder Freundes, ohne die eigenen spezifischen Umstände zu berücksichtigen, ist unklug.

Diese schlechten Gründe reflektieren oft kurzfristige Überlegungen oder Vermeidungsstrategien, die nicht zu langfristigem beruflichen Erfolg oder Zufriedenheit führen. Entscheidungen sollten auf einer gründlichen Selbstreflexion und realistischen Einschätzung der eigenen beruflichen Ziele und Bedürfnisse basieren.

Effektive Kommunikation deiner Gründe

Bei einem Jobwechsel ist es wichtig, deine Gründe klar und ehrlich zu kommunizieren, ohne dabei negativ über deinen aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber:in zu sprechen. Konzentriere dich darauf, was du durch den Wechsel gewinnen möchtest, etwa neue Herausforderungen oder bessere Karrierechancen. Erkläre, wie dieser Schritt dir hilft, deine beruflichen Ziele zu erreichen. Eine positive und zielgerichtete Darstellung deiner Gründe präsentiert dich als reflektierte Expert:in und stärkt deine Entscheidung.

 

Wichtige Schritte für einen erfolgreichen Jobwechsel-Übergang

Bestimmung des richtigen Zeitpunkts
    • Persönliche Umstände abwägen: Überlege, ob persönliche Faktoren wie familiäre Verpflichtungen oder finanzielle Sicherheit den Zeitpunkt beeinflussen.
    • Übergangsplanung: Plane, wie du die Zeit zwischen dem Verlassen deines aktuellen Jobs und dem Antritt einer neuen Position gestalten kannst, um finanzielle oder berufliche Unterbrechungen zu minimieren, wenn gewünscht.
    • Berufliche Zyklen berücksichtigen: Überlege, ob es in deiner aktuellen Position wichtige Meilensteine oder Projekte gibt, die du abschließen solltest.
    • Marktbedingungen evaluieren: Prüfe die Arbeitsmarktlage und wähle einen Zeitpunkt, der gute Chancen für einen erfolgreichen Wechsel bietet.
Anzeichen und Situationen, die für eine zeitnahe Kündigung sprechen
    • Dauerhafte Unzufriedenheit: Wenn du trotz Bemühungen und Veränderungsversuchen über einen längeren Zeitraum hinweg unzufrieden warst. Denn das kann sich auch auf deinen mentalen und körperlichen Zustand auswirken.
    • Zunehmende Distanzierung von der Arbeit: Wenn du immer weniger Engagement und Interesse an deiner Arbeit zeigst und dich emotional distanzierst.

Der Weg zu einer erfüllenden beruflichen Zukunft ist nicht immer einfach, aber er ist erreichbar.

Wir haben in unserem Magazin Beitrag Aspekte eines Jobwechsels und die Verbesserung deiner aktuellen Arbeitssituation beleuchtet.

Sei mutig und proaktiv: Veränderungen können beängstigend sein, aber sie bieten auch Gelegenheiten für Wachstum und neue Erfahrungen. Ergreife die Initiative, um die Veränderungen herbeizuführen, die du dir wünschst.

Setze realistische Ziele: Definiere klare, erreichbare Ziele für deine berufliche Entwicklung. Ob es darum geht, Fähigkeiten zu erweitern, an neuen Projekten zu arbeiten oder einen komplett neuen Job zu suchen – setze dir Ziele, die dich motivieren.

Bleibe flexibel und offen für Lernen: Die Arbeitswelt verändert sich ständig. Sei offen für neues Lernen und Anpassungen an deine Karrierepläne.

Denke daran, dass deine berufliche Reise einzigartig ist. Es gibt keinen “richtigen” oder “falschen” Weg, nur den Weg, der am besten zu dir passt. Sei selbstbewusst in deinen Entscheidungen und erkenne, dass jeder Schritt, den du unternimmst, ein Teil deiner kontinuierlichen beruflichen und persönlichen Entwicklung ist. So bist du gut gerüstet, um deine beruflichen Ziele zu erreichen und eine Arbeit zu finden, die nicht nur deinen Bedürfnissen entspricht, sondern dich auch erfüllt und inspiriert.

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